Alltägliche Halluzinationen

  •  Juni 6, 2020


Glaubst du, du hast einen rosa Elefanten gesehen? Wahrscheinlich schon. Untersuchungen zeigen, wie gesund Menschen Halluzinationen haben. Und keine Sorge: das ist völlig normal.

Lesen Sie weiter:

Mind Detox - Meditation mit rosa Elefanten
Starke Gedanken - Bewegung nützt auch dem Gehirn

Eines frühen Morgens hatte der Psychiater und Professor der Universität von Queensland, John McGrath, das Wasser abgestellt und stieg gerade aus der Dusche, als er hörte, wie sein Sohn ihn anrief.


Er streckte den Kopf aus dem Badezimmer und rief nach dem Kind, das nicht antwortete.

Bald geriet sie in Panik, beherrschte sich dann aber, indem sie sich daran erinnerte, dass ihr Sohn nicht zu Hause war.

Was John erlebte, war eine Halluzination, definiert als das Sehen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich existieren.


In der Vergangenheit werden Halluzinationen und Wahnvorstellungen als Symptome von Psychosen oder anderen psychischen Störungen angesehen.

Professor McGrath war motiviert von dem, was ihm widerfahren war, und beschloss, sein Vorkommen bei gesunden Menschen zu untersuchen.

Ihre Studie ergab, dass einer von 20 Menschen irgendwann in seinem Leben eine gewisse Halluzination hat.


Das Phänomen ist mehr als Krankheit mit normalen Gehirnfunktionen verbunden.

Jetzt zeigt eine neue Studie, dass visuelle Halluzinationen dadurch verursacht werden können, dass das Gehirn versucht, die chaotische und mehrdeutige Welt, in der wir leben, zu verstehen.

Die Forschung wurde in Partnerschaft von den britischen Universitäten Cardiff und Cambridge durchgeführt und im Fachjournal veröffentlicht. PNAS.

Zusammengenommen weisen diese Studien auf die Idee hin, dass wir Psychosen haben oder nicht.

Stattdessen kann Psychose in einem Spektrum existieren.

Laut Wissenschaftlern ist es kein krankes Gehirn, das Halluzinationen hervorruft. Seine Manifestationen zeigen nur, wie das Organ funktioniert.

Was sich anscheinend ändert, ist das Ausmaß, in dem dies geschieht.

Viele Menschen glauben, dass ihr visuelles System wie eine Kamera funktioniert: Die Augen fangen das ein, was sie sehen, und das Gehirn verarbeitet das Bild und übersetzt es in Bedeutung.

Das Problem ist, dass dieser Prozess nicht so effizient ist.

Die Informationen, die das Gehirn erreichen, sind unvollständig und aus diesem Grund „füllt“ das Organ das aus, was bei früheren Erfahrungen aus Erinnerungen fehlt.

Dies ist ein System, das sich wahrscheinlich aufgrund der Gefahren unserer primitiven Umgebung und der Notwendigkeit, schnelle Entscheidungen zu treffen, entwickelt hat.

Und da unsere Vorkenntnisse in der Regel genau sind, funktioniert das System in der Regel gut.

Aus diesem Grund erscheint die Vorstellung, Dinge zu sehen oder zu hören, die nicht da sind, unverständlich.

Der Ursprung von Halluzinationen liegt im visuellen System selbst und nicht in den Gehirnkreisläufen, die speziell mit Psychose oder Schizophrenie in Verbindung gebracht werden.

Die Wissenschaftler glauben, dass die fantastischen Visionen das Ergebnis des übermäßigen Vertrauens des Gehirns in frühere Informationen sind, was bedeutet, dass die Gehirnlücken mit Details gefüllt sind, die nicht existieren.

Zumindest existierten sie in dieser Situation nicht.

Um diese Theorie zu testen, wurde eine Reihe von Experimenten entwickelt, in denen gemessen wurde, inwieweit Personen auf Vorkenntnisse angewiesen sind, um Objekte in einer Reihe verwirrender Bilder zu identifizieren.

Das erste Segment dieser Tests brachte 16 gesunde Freiwillige und 18 Personen zusammen, die psychotische Episoden erlebten, die Störung jedoch nicht entwickelten.

Sie alle betrachteten Bilder, die anfangs wie Unschärfen wirkten.

Sie wurden dann gefragt, ob sie Personen oder Objekte in diesen Bildern identifizieren könnten.

Im zweiten Segment des Tests beobachteten alle klare Fotos, die auf der Erstellung der zuvor angezeigten Blots basierten.

Dann wurden ihnen die gleichen Flecken gezeigt, und die Freiwilligen mussten erneut nach ihnen suchen, um Menschen und Gegenstände zu identifizieren.

Menschen, die Symptome einer Psychose zeigten, zeigten im zweiten Segment der Tests bessere Ergebnisse als gesunde Menschen.

Dies weist darauf hin, dass ihr Gehirn frühere Informationen effizienter nutzt, um die Lücken in ihren visuellen Systemen zu füllen.

Dieser Befund ist wichtig, da er die Vorstellung stützt, dass Psychose eine Störung des Spektrums sowie Autismus ist und keine Krankheit, die Sie haben oder nicht haben.

Betrachtet man die Häufigkeit von Halluzinationen und Wahnvorstellungen in der Allgemeinbevölkerung, so ist bekannt, dass diese auf normalen Sehvorgängen beruhen.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Halluzinationen ein normaler Teil der menschlichen Erfahrung zu sein scheinen, solange sie sich nicht überschneiden und das Leben der Menschen untergraben.

Spontan-Halluzinationen! Hat der Schwarzfahrer Drogen genommen? | Achtung Kontrolle | kabel eins (Juni 2020)


Empfohlen